Bauhaus
Bauhaus, Dessau
Schlicht, radikal – zeitlos schön
In über 10-jähriger Feinarbeit haben Bauforscher das berühmte Bauhaus in Dessau restauriert und die ehemalige Arbeitsstätte bedeutender Architekten und Künstler wie Walter Gropius, Mies van der Rohe und Wassily Kandinsky in den Originalzustand der 1920er Jahre zurückversetzt.
Schon im „Haus am Horn“, jenem Versuchsbau des ursprünglichen Weimarer Bauhauses, hatte Bauhaus-Gründer Walter Gropius genormte Bauelemente ausprobiert, die sich im Baukastenprinzip beliebig zu individuellen Wohnungen zusammenfügen sollten. Im großen Stil entwickelte der visionäre Architekt dieses „fordistische“ Bauen, eine industrielle Fließbandproduktion mit Möglichkeiten der Individualisierung durch frei kombinierbare Module, in den 1920er Jahren weiter. Bis heute steht das Bauhaus in Dessau für die Avantgarde der Kunst und Architektur. Mit der detailgetreuen Restauration des Gebäudes blüht ein bedeutender Ort deutscher Geschichte wieder neu auf.
Bei ihrer Arbeit legten die Bauforschungs-Expertin des Bauhauses, Monika Markgraf, und ihr Team größten Wert auf originalgetreue Wiederherstellung des damaligen Zustandes – das reichte bis hin zu den im Gebäude verwendeten Lichtschaltern und Steckdosen. Da bereits vor über 80 Jahren Produkte von Berker im Einsatz waren, wurde das Bauhaus in Dessau nun mit den originalgetreuen Nachfolgern dieser ausgestattet. Die Ende der 1970er Jahre entwickelte, historisch getreue und zeitlose „Glasserie“ mit ihren runden Glasverblendungen fügt sich dort ebenso ideal ein wie die vor einigen Jahren in enger Abstimmung mit der Dessauer Bauforschungsabteilung entwickelte „Berker Serie 1930“. Die eleganten Drehknebelschalter und Taster verkörpern die reine Funktionalität und passten damals wie heute gestalterisch optimal zur Innenarchitektur des Bauhauses.
Was bei der Restauration deutlich wurde: Die Parallelen zwischen Berker und
dem Dessauer Bauhaus reichen weit über das gemeinsame Gründungsjahr 1919 hinaus. Die Gropius-Philosophie, Dinge von Grund auf neu zu „erdenken“ und ihre Gestaltung allein aus ihrer bestmöglichen Funktion heraus zu definieren, begeisterte seinerzeit auch die Gebrüder Robert und Hugo Berker. So führte Berker schon damals Modulbaukästen ein, dank derer sich große Serien verschiedener Schalter und Steckdosen zu wirtschaftlich vernünftigen Preisen herstellen ließen. Ein bis heute überaus erfolgreiches Konzept.




