Serie 1930

Ofenbauhalle

Umbau einer Industriehalle, Hanau

Ein altes Industriegebäude aus dem Jahre 1910 wurde vom Frankfurter Architekten Christoph Mäckler zur neuen Firmenzentrale der Edelmetallhandelsgesellschaft dmc© umgebaut. Es war die Idee des Architekten statt eines (kurzzeitig angedachten) Neubaus die bestehende Halle zu nutzen. Das Besondere an dem Umbau ist der Umgang mit der Außenhülle und mit der bestehenden Bausubstanz: Die Gebäudehülle blieb fast unangetastet. So ist die neue Nutzung von außen kaum wahrnehmbar. Lediglich einige neue Kastenfenster durchbrechen die alte Fassade, das schnabelartige Vordach markiert den Eingang.

 

Im Inneren ist das erste Drittel der alten Halle leer geblieben und dient als Foyer. Erst ab dem zweiten Drittel beginnt der neue Einbau: Eine sieben Meter hohe Plattform auf nach dem Kräfteverlauf geformten, asymmetrischen Stützen trägt einzelne Bürozellen. Diese erinnern an provisorisch abgestellte Container; die obenauf sichtbare Klimatechnik verstärkt diesen Eindruck. Weitere Büros und Besprechungsräume sind zweigeschossig in den niedrigeren Seitenflügeln der Halle untergebracht. Eine einläufige Treppe führt vom Foyer, das für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt werden kann, zur Kombizone auf der Plattform. Dem Wunsch des Bauherren entsprechend blieb die alte Halle ungedämmt, so dass eine Klimatisierung der einzelnen Bürozellen notwendig ist. Für frische Luft sorgen tiefe Kastenfenster, die die alte Fassade durchdringen. Im Gegensatz zu dem industriellen Charakter der alten Ofenbauhalle sind die Büroräume hochmodern, elegant und sorgfältig geplant und ausgeführt.

 

Bei neuen Einbauten in ein bestehendes Gebäude bedarf es immer einer besonders sorgfältigen Haustechnikplanung. Vor allen Dingen, wenn - wie in diesem Fall - der Originalboden aufgrund von kontaminierten Schlacken nur punktuell angetastet werden durfte. So ist die notwendige Klimatechnik sichtbar über den Bürozellen installiert und die neuen Elektroleitungen wurden ebenfalls sichtbar und geordnet auf den alten Wänden verlegt.

 

Die Büroräume im Inneren sind weiß und schlicht gehalten. In die leichten, neuen Decken über den Büros sind Downlights eingebaut. Eine vom Architekten entwickelte Wandleuchte besticht durch ihr leichtes Design und wirft indirektes Licht in den Raum, das durch die filigranen Glasfronten bis in die Mittelzone zwischen den Büros fällt.

 

Diesem Konzept der Klarheit und eleganten Zurückhaltung folgt auch das Design der Schalter und Steckdosen. Die verwendete Produktserie "1930" von Berker besticht durch ihr zeitloses Erscheinungsbild, das sowohl zu der alten Industriehalle als auch zu den neuen Büroräumen passt. Hier wurden sie in schwarzer Ausführung eingesetzt, was angenehm mit den weißen Wänden der Bürozellen kontrastiert.